Startseite » Medizinstudium im Ausland: Voraussetzungen, Auswahlverfahren, Kosten…

Medizinstudium im Ausland: Voraussetzungen, Auswahlverfahren, Kosten…

Medizinstudium im Ausland: Voraussetzungen, Auswahlverfahren, Kosten...

Medizinstudium im Ausland: Voraussetzungen, Auswahlverfahren, Kosten… Das Medizinstudium gehört definitiv zu den beliebtesten Studiengängen in Deutschland! Das ist auch ein Grund für den Numerus Clausus. Dieser liegt nach wie vor bei 1,0-1,1.

Dass nicht jeder einem solchen Abi-Schnitt gerecht werden kann, ist dabei ganz klar. Doch was macht man, wenn man unbedingt Medizin studieren will, aber kein TMS, keine Ausbildung und auch kein FSJ hilft? Man studiert im Ausland!

Das Medizinstudium im Ausland: Kein Plan-B!

Sei es in Foren, auf Social media, oder unter Freunden, wenn die Rede vom Medizinstudium im Ausland ist, dann gilt das meist als Notlösung. Aber wieso ist das eigentlich so? Hat man denn einen großen Nachteil, wenn man im Ausland Medizin studiert? Beziehungsweise ist es IMMER besser in Deutschland zu studieren?

In diesem Artikel klären wir dich auf, wie du einen Studienplatz im Ausland bekommst, welche Kosten auf dich zukommen werden und besonders auch weshalb das Medizinstudium im Ausland, oft auch einfach besser sein kann, als in Deutschland zu studieren!

Voraussetzungen für das Medizinstudium im Ausland

In erster Linie ist es wichtig, dass du mindestens Abitur (bzw. Fachabitur an manchen Unis) hast. Weiterhin steigen die Bewerberzahlen auch im Ausland immer weiter an, weswegen es oft sein kann, dass du dich von der Masse abheben musst.

Das kannst du, indem du zum Beispiel eine Rettungssanitäter-Ausbildung gemacht hast (3 Monate), oder bereits mehrere Praktika absolviert hast.

Zudem verlangen manche Universitäten Englisch-Sprachzertifikate, wie den TOEFL-Test. Diese sind aber mit Oberstufen-Englisch definitiv machbar.

Weiterhin führen einige Universitäten einen Aufnahmetest durch, der aber in der Regel auch mit etwas Fleiß sehr gut zu schaffen ist. Definitiv nicht vergleichbar mit dem TMS!

Das Auswahlverfahren am Beispiel Bratislava

Jede Universität hat natürlich seine eigenen Kriterien, zur Aufnahme der Medizinstudierenden. In der Regel ist es aber so, dass es einen Aufnahmetest gibt, bei dem man eine bestimmte Punktzahl erreichen muss, um einen Medizin-Studienplatz zu erhalten.

So auch in Bratislava (Slowakei). Die Bewerbungsfrist liegt hier zwischen dem 01. März und dem 08. Juli. In diesem Zeitraum schickt man seine beglaubigten Bewerbungsunterlagen an die Universität. Extra Zertifikate, wie der TOEFL-Test sind hier nicht nötig.

Damit meldet man sich für den Aufnahmetest an, der dann Online stattfindet. Der Aufnahmetest ist also mit dem Fachabiturs-Zeugnis, das einzige Aufnahmekriterium! Erreichst du hier also den erforderlichen Wert, dann bekommst du einen Studienplatz.

Auf deinen Lebenslauf, wird hier also kein besonders großer Wert gelegt.

Medizinstudium im Ausland: Kosten

Je nachdem an welcher Universität im Ausland man studieren möchte, variieren die Kosten auch sehr stark. Von 3.500€ im Semester bis hin zu 9.000€ im Semester ist hier alles zu finden.

Dazu kommen die Lebenshaltungskosten, die jedoch im Vergleich zu Deutschland, oft deutlich niedriger sind! Keine Frage, das Studium im Ausland bleibt dennoch etwas teurer, als in Deutschland.

Weshalb Studierende im Ausland dennoch Geld sparen:

  1. Ein ganz wichtiger Punkt, den man definitiv beachten sollte, ist der Zeitpunkt des Studienbeginns! Was meine ich damit? Ich meine damit, wieviel Zeit du nach deinem Abitur verbracht hast bis zum Studienanfang. Wenn dein Abi-Schnitt nicht ausreicht, um sofort einen Studienplatz in Deutschland zu bekommen, dann wählen viele den Weg, den eigenen Abi-Schnitt zu verbessern. Dadurch bekommt man irgendwann einen Platz in Deutschland. Aus finanzieller Sicht kann dich das aber eine menge Geld kosten. Wieso? Weil du viel später ins Berufsleben einsteigst. Ein Abiturient, der stattdessen sofort den Weg ins Ausland wählt, der ist sehr viel schneller im Studium und damit im Beruf. Als Arzt verdient man bekanntlich ziemlich gut, dementsprechend ist hier die Rede von mehreren hunderttausend Euro!
  2. Wenn man beispielsweise eine Rettungssanitäter-Qualifikation vor dem Studium erwirbt, dann gilt das als „Zweitausbildung“ und man kann alle Studiengebühren von der Steuer absetzen.

Muss man auf Englisch Medizin studieren und hat das Nachteile?

Erstmal muss man nicht unbedingt auf Englisch Medizin studieren. Beispielsweise in Pecs (Ungarn), wird ein Medizinstudium auf Deutsch angeboten.

Ansonsten ist das Medizinstudium im Ausland aber in der Regel auf Englisch. Das ist aber keineswegs etwas Schlechtes. Im Gegenteil: Englisch ist die Weltsprache und besonders im medizinischen Bereich, etablieren sich immer mehr englische Begriffe. Eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis das auch in Deutschland eingeführt wird.

Auch wenn man später mit dem Abschluss International arbeiten möchte, kann ein Studium auf Englisch von großem Vorteil sein. Falls man doch in Deutschland arbeiten wird, dann bedeutet das am Anfang natürlich etwas Umgewöhnung, aber ein Problem stellt das keineswegs dar.

Studienplatzwechsel nach Deutschland

Ein Wechsel aus dem Ausland, zu einer Deutschen Universität ist rein theoretisch definitiv möglich. Das wäre für viele natürlich der optimale Weg.

In der Praxis ist das aber nicht immer so einfach. Die Studienplätze in der Klinik, also nach den ersten beiden Jahren Studium, sind begrenzt. Das heißt nicht jeder Anwärter aus dem Ausland bekommt einen Studienplatz in Deutschland, wenn er das will.

Wenn man das Medizinstudium im Ausland plant, sollte man deswegen immer davon ausgehen, dass es erstmal nicht klappt mit dem Wechsel. Wenn es dann doch klappen sollte, dann kannst du dich umso mehr freuen.

Ist das Medizinstudium im Ausland immer in Deutschland anerkannt?

Sofern du innerhalb der EU studierst, und der Studienablauf europäischen Standards entspricht, dann ist das Medizinstudium definitiv in Deutschland anerkannt. Du kannst also problemlos in Deutschland als Arzt arbeiten.

Durch den Ärztemangel in Deutschland hast du auch in der Regel keinen Nachteil, wenn du einen ausländischen Abschluss hast.

Wenn du aber außerhalb der EU studiert hast, dann kann es schon etwas komplizierter werden. Hier wird dann geprüft, ob der Studienablauf deutschen Standards entspricht. Wenn nein, dann muss eine Gleichwertigkeits-Prüfung abgelegt werden.

Machs dir also einfach und studiere im EU-Ausland.

Medizinstudium im Ausland: Für viele der richtige Weg!

Medizinstudium im Ausland: Voraussetzungen, Auswahlverfahren, Kosten, darüber hast du schon einen groben Überblick bekommen. Du weißt worauf es ungefähr ankommt. Aber wäre das Studium auch für dich persönlich der richtige Weg?

In jedem Fall bietet das Studium im Ausland eine Reihe von großen Vorteilen:

  • umgehen des NC
  • Englisch-Kenntnisse
  • Internationale Freundschaften
  • Wertvolle Erfahrungen
  • Kennenlernen eines anderen Gesundheitssystems
  • Wechsel nach Deutschland möglich

Aber sicherlich nicht für jeden geeignet:

Du musst dich damit abfinden können, dass du zumindest für eine Zeit lang sehr weit von deinem Zuhause und deiner Familie entfernt bist. Ein kleiner Trost: Es gibt auch Semesterferien (3-4 Monate) und auch je nach Studienort, kann man auch mal am verlängerten Wochenende nach Hause kommen. Trotzdem solltest du dir zu Beginn sicher sein, dass du damit theoretisch klarkommst.

Im besten Fall bist du auch eine generell offene Person. Damit meine ich, du bist offen für neue Erfahrungen und offen zu neuen Menschen. Als Einzelgänger wird dein Aufenthalt im Ausland sicherlich nicht nur positiv werden. Damit meine ich jetzt nicht, dass du die extrovertierteste Person sein musst, aber du solltest in der Lage sein dich für eine solche Herausforderung zu begeistern.

Müssen die Eltern das Medizinstudium im Ausland finanzieren?

Nein definitiv nicht. Das Studium im Ausland ist nicht nur etwas für Kinder mit reichen Eltern! Es gibt einige Möglichkeiten, wie man sich das Studium selbst finanzieren kann.

Natürlich ist es hilfreich wenn die Eltern einen dort wenigstens geringfügig unterstützen, aber ein Muss ist das nicht.

Quelle: Future-Doctor.de